4. Fachtag Werdenfelser Weg

Vermeidung medikamentöser Fixierung

Aufgrund hoher Nachfrage und der Brisanz des Themas haben sich die beiden Begründer und Initiatoren des "Werdenfelser Weges", Dr. Sebastian Kirsch und Josef Wassermann, für einen zweiten Fachtag entschieden, der sich abermals intensiv mit der Vermeidung von medikamentöser Fixierung alter, kranker und behinderter Menschen auseinandersetzt – dieses Mal mit inhaltlichem Schwerpunkt auf Projekten und Vorgehensweisen der Praxis. Die Veranstaltung findet am 22. Juli 2016 an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München (KSFH) statt. 

WfbM in Niedersachsen

Werkstätten in Niedersachsen weisen Kritik der Landesbeauftragten zurück

In einem offenen Brief an Niedersachsens Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, weist die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Niedersachsen (LAG WfbM) deren Kritik als "undifferenziert und zu Unrecht" zurück. Wie berichtet, hatte Wontorra die Werkstätten kritisiert, diese würden ihrem Auftrag nicht in ausreichendem Maße gerecht werden, geeignete WfbM-Beschäftigte auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zurück zu vermitteln. Die geringen Übergangszahlen seien nicht hinnehmbar. Gegen Wontorras Kritik positioniert sich nun auch die LAG der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen e.V. (LAG FW), indem sie "ausdrücklich" den Offenen Brief der LAG WfbM an Wontorra "unterstützt". (dk)


Wettbewerb

Bayerischer „miteinander-Preis 2016“! ausgelobt

Mit dem bayerischen miteinander-Preis 2016 sollen besonders gelungene Projekte der Inklusion von Menschen mit Behinderung ausgezeichnet und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Insgesamt ist der Miteinander-Preis mit 14 000 Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der 19. August 2016. Für den Miteinander-Preis können Projekte aus allen Lebensbereichen eingereicht werden, die eine lebendige Inklusion von Menschen mit Behinderung in Bayern stützen.

Rheinland-Pfalz

Matthias Rösch erneut zum Behindertenbeauftragten ernannt

Das rheinland-pfälzische Kabinett hat Matthias Rösch erneut als Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen ernannt. Rösch, der dieses Amt  bereits seit dem 1. Januar 2013 ausübt, wird sich auch für die Dauer der 17. Wahlperiode für die umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz einsetzen. "Ich freue mich sehr, dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Herrn Rösch fortsetzen können. Ich bin mir sicher, dass wir mit seiner Hilfe unsere gute Politik für und mit Menschen mit Behinderungen weiter voranbringen", erklärte die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.


3. Pflegestärkungsgesetz

Deutscher Verein fordert: Schnittstellenproblematik gesetzgeberisch klären

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. begrüßt die im Entwurf eines Dritten Pflegestärkungsgesetzes vorgesehene Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs in der Sozialhilfe und die Intention, die Rolle der Kommunen in der Pflege zu stärken. Hinsichtlich der im Entwurf gewählten Vorrang-/Nachrangregelung für das Verhältnis zwischen Pflege- und Eingliederungshilfeleistungen hat der Deutsche Verein "Bedenken, ob diese eine adäqute Lösung darstellen kann" und fordert vom Gesetzgeber, das Verhältnis zwischen den Leistungen zu klären.  

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband

Fürhundjubiläum: 100 Jahre Blindenführhundausbildung in Deutschland

Im Oktober 1916 übergab der Deutsche Verein für Sanitätshunde den ersten systematisch ausgebildeten Blindenführhund an den Kriegsblinden Paul Feyen (Foto). 100 Jahre später würdigt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) dieses Ereignis mit einer Wanderausstellung, einer Buchpremiere, einer Resolution und einem Treffen von Führhundhaltern aus ganz Deutschland.


Bundesteilhabegesetz

Forderung vor dem Kabinettsbeschluss: Entwurf gründlich überarbeiten

Im Vorfeld des Beschlusses des Bundeskabinetts zum Bundesteilhabegesetz am 28. Juni fordert ein breites Bündnis von Behindertenverbänden, dass das neue Gesetz keine Verschlechterungen für behinderte Menschen bringen darf und einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention leisten muss. Die derzeit laufenden Proteste behinderter Menschen unter dem Motto "NichtmeinGesetz" gegen den vorgelegten Referentenentwurf für das Bundesteilhabegesetz werden fortgesetzt und gipfeln am 28. Juni um 10:00 Uhr in einer symbolischen "Käfig-Aktion" auf dem Washington Platz vor dem Berliner Hauptbahnhof, kündigte das Bündnis für ein gutes Bundesteilhabegesetz an.

Neuer IT Report für die Sozialwirtschaft erschienen

IT-Budgets sozialer Organisationen wachsen, Sicherheitslücken bleiben

Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und soziale Einrichtungen investieren kräftig in Informationstechnologie. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Ausgabe des jährlich von der Arbeitsstelle für Sozialinformatik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) herausgegebenen "IT-Report für die Sozialwirtschaft". Demnach stiegen die IT-Budgets der Träger mit über 100 Mitarbeitern in den letzten fünf Jahren um rund 50 Prozent. Der Anteil der IT-Aufwendungen am Gesamtumsatz der Einrichtungen beträgt heute im Durchschnitt 1,5 Prozent. Investieren wollen die Organisationen vor allem in Fachsoftware für Klientenverwaltung, Dokumentation und Dienstplanung.


Gottesdienst für 20 000 Menschen mit Behinderung

Papst Franziskus fordert Inklusion von Menschen mit Behinderung

Papst Franziskus hat eine fortwährende Diskriminierung von Menschen mit Behinderung angeprangert und ihre Inklusion gefordert. Wie die Katholische Presseagentur Österreich (KAP) berichtet, kritisierte das Oberhaupt der katholischen Kirche Mitte Juni 2016 in einer Messe auf dem Petersplatz in Rom die Einstellung, die Betroffenen seien im "vergoldeten Gehege" oder in "Reservaten der frömmelnden Fürsorge und des Wohlfahrtsstaates" besser aufgehoben, weil sie dort den "Rhythmus des künstlichen Wohlbefindens" nicht störten. An dem Gottesdienst nahmen laut KAP 20.000 Menschen mit Behinderung und Kranke teil.

Landesaktionsplan zur UN-BRK in Schleswig-Holstein

Ministerin Alheit: „Wie wollen ein Land des Miteinanders sein“

Zur Eröffnung des Dialogforums zum Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention am 17. Juni 2016 in Lübeck betonte Sozialministerin Kristin Alheit den Stellenwert der Inklusionspolitik. "Wir wollen ein Land des Miteinanders sein: Ein Land, in dem die Anliegen von Menschen mit Behinderungen als Selbstverständlichkeit in allen Bereichen politischen Handelns und des gesellschaftlichen Lebens berücksichtigt werden", sagte Alheit. "Wir wollen, dass in Zukunft alle Verantwortung übernehmen, damit in ihrem Aufgabenbereich die Interessen von Menschen mit Behinderung bestmöglich zum Tragen kommen."